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Stockholm - Perle des Nordens

Stockholm – für mich eine der schönsten Städte in Europa und definitiv auch in meiner TOP 10 weltweit. Nachdem ich das letzte Mal bei eisigen Temperaturen mitten im Winter dort war, wollte ich der Stadt endlich auch mal wieder im Sommer einen Besuch abstatten. Nachdem ich mit SAS ein unglaublich günstiges Angebot in der Business Class bekommen hatte, ging es Sonntagmittag direkt von Stuttgart in Richtung Flughafen Arlanda. Mit dem Arlanda-Express ging es in knapp 20 Minuten vom Flughafen direkt zum Stockholmer Hauptbahnhof, von wo man mit der U-Bahn die umliegenden Stadtviertel erreichen kann.

 

Nachdem die Innenstadthotels im Sommer nicht gerade günstig waren (in Schweden ist fast nie was günstig, aber die Hotels waren zu der Zeit schon abartig teuer), hatte ich mich für ein ehemaliges Jagdschloss in Södermalm entschieden. Nachdem wir gegen frühem Nachmittag dort eingecheckt hatten, machten wir uns direkt auf den Weg um die nähere Umgebung zu erkunden.

 

Auf unserer To-Do-Liste stand der Monteliusvägen, ein 416m langer Spazierweg, der am Nordufer Södermalms parallel zur Bastugatan verläuft. Er ist ein reiner Fußweg und ist von daher nicht immer auf Straßenkarten verzeichnet. Von ihm hat man jedoch einen sensationellen Ausblick auf das Rathaus von Stockholm, welches auf anderen Seite des Riddarfjärden und Mälaren (Mälarsee) liegt und weiter östlich davon auf die Kirche Riddarholmskyrka, gefolgt von der Altstadt Gamla Stan. Ich empfehle hier bei Sonnenuntergang mit einem Gläschen Wein und etwas zu knabbern vorbeizuschauen und einen dieser unbezahlbaren Momente im Leben zu erleben.

 

Für den nächsten Morgen stand die Gamla Stan auf der Agenda. Unsere Tour startete an der Mårten Trotzigs Gränd. Sie ist die schmalste Gasse in der Altstadt. An ihrer engsten Stelle misst die Gasse gerade einmal 90 cm. 36 Treppenstufen führen von der Prästgatan hinunter zur Västerlånggatan am Järntorget. Ein Foto ohne andere Touristen hinzubekommen ist fast unmöglich.

 

Weiter ging es zur Finnischen Kirche. Im Hinterhof der Finnischen Kirche in Gamla Stan findet man Stockholms kleinste Skulptur, die nur 15 cm hoch ist. Die Skulptur des schwedischen Künstlers Liss Eriksson (1919 – 2000) heißt eigentlich „Kleiner Junge, der auf den Mond sieht“, wird aber meist nur „Järnpojke“ genannt („Eisenjunge“). Wenn man ihm über den Kopf streicht soll das Glück bringen(oder Keime). Die Finnische Kirche liegt am Slottsbacken, in unmittelbarer Nähe vom königlichen Schloss und von der Storkyrkan.

Nachdem wir schon in der Nähe des königlichen Schlosses waren, entschieden wir uns den Wachwechsel anzuschauen. Gottseidank hatten wir einen Tag ohne Kreuzfahrtschiff im Hafen erwischt, was das Gedränge deutlich angenehmer machte. Ein paar Tage später waren gefühlt 5 Mal so viele Menschen anwesend. Je nachdem welche Einheit dran ist, kommt die Ablösung zu Fuß oder zu Pferd und immer mit Kapelle. Den Vergleich mit England muß der Wachwechsel nicht scheuen, im Gegenteil. In Stockholm waren beide Male die ich am Wachwechsel teilnahm sogar mehr Soldaten als vor dem Buckingham Palace zu sehen.

 

Da es schon Mittag war schlich sich der kleine Hunger ein und wir entschieden uns in Östermalms Saluhall (Markthalle) vorbeizuschauen, die mir aus einem der letzten Besuch noch in Erinnerung geblieben ist. Leider war die Halle wegen Umbauarbeiten geschlossen und die Verkäufer mussten in ein Behelfsgebäude aus Holz ausweichen. Lecker (und teuer) war es trotzdem.

 

Für den Mittag hatten wir eine Bootstour geplant. Unter dem Motto „Unter den Brücken Stockholms“ passierten wir fünfzehn Brücken sowie eine Schleuse, die die Ostsee und den Mälarsee verbindet. Stockholm muss man in meinen Augen zwingend vom Wasser aus erleben, sonst hat man etwas verpasst.

 

Am nächsten Morgen ging es für uns ins Vasa Museum. Dieses befindet sich auf der Insel Djurgården und beinhaltet das 1628 auf seiner Jungfernfahrt gesunkene Kriegsschiff Vasa. Das Museum ist definitiv einen Besuch wert, denn das Schiff ist durch seine Dimensionen richtig imposant. Zu meinem Leidwesen war ich jedoch 4 Mal mit unterschiedlichen Reisepartnern da, die alle das Schiff sehen wollten. Für mich war es beim vierten Besuch leider nicht mehr so wirklich spannend.

 

Für den Mittag hatten wir einen Besuch im 1881 durch Dr. Artur Hazelius (1833 – 1901) gegründeten Freilichtmuseum Skansen eingeplant. Ehrlich gesagt hatte ich mir davon jetzt nicht so viel versprochen. Ich wurde eines Besseren belehrt. Neben einem Zoo mit einheimischen Tieren beinhaltet Skansen eine Art „Living History Museum“, in dem Häuser aus den letzten 200 Jahren aus unterschiedlichen Regionen Schwedens nachgebildet sind. In diesen Häusern gibt es Workshops und Vorführungen, bei denen es hauptsächlich um traditionelles Handwerk geht. Für mich im Nachhinein eines der absoluten Highlights meines Aufenthalts.

 

Da das Wetter für den kommenden Tag vielversprechend war, entschieden wir uns mit dem Boot auf die Insel Vaxholm hinauszufahren. Bekannt ist Vaxholm auch für seine Festung, die dem Ort gegenüber auf der kleinen Insel Vaxholmen liegt. Gustav Vasa hat sie 1863 erbauen lassen, um die nördliche Einfahrt nach Stockholm zu sichern. Mit einer kleinen Fähre kann man in nicht mal 5 Minuten zur Insel fahren. Heute gibt es dort ein nettes Bed & Breakfast.

 

Neben der Festung beherbergt die Insel noch ein anderes Highlight: das Hembygdsgårds Café. Hier kann man bei schönem Wetter draußen sitzen und die vorbeiziehenden Boote beobachten. Das Café liegt in der Nähe des nördlichen Hafens, Norrhamnen.  Hier gibt es viele alte Holzhäuser in den verschiedensten Farben und im Café selbst ein herrliches Buffet mit einer riesen Auswahl an Gebäck.

 

Auch für den nächsten Tag war das Wetter einigermaßen akzeptabel (naja zumindest trocken). Mit dem Dampfschiff ging es vor die Tore Stockholms zum Schloss Drottningholm. Dieses ist seit 1982 Wohnsitz der königlichen Familie und gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Das Schloß ist definitv einen Besuch wert, kann jedoch in meinen Augen nur bedingt mit Windsor (England) oder Rundale (Lettland) mithalten. Sehr schön ist in jedem Fall der dazugehörige Park mit dem kleinen chinesischen Schlösschen.

 

Deutlich imposanter war hingegen der Königspalast, den wir am Mittag noch besuchten. Dieser spielte definitiv in einer anderen Liga, auch was das Besucheraufkommen angeht. Nachdem 2 große Kreuzfahrtschiffe im Hafen lagen, war der Palast phasenweise komplett überlaufen. Hier sollte die Palastverwaltung vielleicht doch einmal über Kartenkontingente nachdenken, dem Palast und den Touristen zu liebe. Von außen ist der Palast eher in der Kategorie „oh je“ einzuordnen. Innen jedoch zeigt er seine ganze Pracht. Man sollte unbedingt auch die Nebengebäude die mit im Eintritt enthalten sind besichtigen. Viele Touristen übersehen dies und besichtigen nur den Hauptteil.

 

Stockholm ist definitiv immer eine Reise wert und auch zum Shoppen lohnt es sich einen kompletten Tag einzuplanen. Mein nächster Trip ist bereits gebucht. In ein paar Wochen geht es wieder für 5 Tage nach Stockholm.