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Lissabon in 36 Stunden

Es war mal wieder eine dieser Schnapsideen, die mein Kumpel und ich hin und wieder haben. Die Ausgangslage war einfach: viele Punkte auf der Hotelkarte, die vor Ablauf verballert werden müssen. Doch wo sollte es hingehen? Idealerweise in eine Stadt in der wir noch nicht waren, wo es halbwegs warm ist und wir komfortabel und günstig hinkommen. Die Wahl fiel auf Lissabon, da wir mit TAP auch noch einen relativ günstigen Business Class Flug ergattern konnten. Das war übrigens genau der Flug, der eine Woche später nicht (!) nach Lissabon ging: https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.flughafen-stuttgart-co-pilot-betrunken-passagiere-gestrandet.d340c76c-e5bb-4ae5-80fc-bd3b8f1e546c.html

 

Freitagabend ging es also los. Gegen 21.30 waren wir in Lissabon, und dank der sensationellen Lage des Flughafens knapp 20 Minuten später schon im InterConti. Taxikosten waren mit knapp 19 € unschlagbar günstig. Im Hotel angekommen entschuldigte sich die Rezeptionistin, dass man uns wegen Renovierungsarbeiten kein Upgrade auf eine Suite geben konnte. *lol* Als Entschädigung erhielten wir für den nächsten Abend ein Dinner im Hotelrestaurant.

 

Leider war für Samstag etwas Regen angesagt. Dies hielt uns jedoch nicht von unserem Plan ab, Lissabon zu Fuß zu erkunden. Mit dem Taxi ging es zum Torre de Belem dem Ausgangspunkt unserer Wanderung. Der Torre de  Belem ist ein befestigter mittelalterlicher Turm auf einer winzigen Insel im Fluss. Nächstes Ziel war das Padrão dos Descobrimentos Denkmal, welches zum 500. Todestag von Heinrich dem Seefahrer errichtet wurde. Entlang der Promenade und der Av. India ging es zur Ponte 25 de Abril, einer 2 km langen Hängebrücke, die an die Golden Gate Bridge in San Francisco erinnert.

 

Von dort aus ging es langsam in Richtung Innenstadt, wobei wir versuchten von der Promenade so langsam in Richtung Baixa zu kommen. Unterwegs landeten wir irgendwie im Mercado Da Ribeira, im „Timeout Market“. Einem gemütlichen Sammelsurium von unterschiedlichen Restaurants, mit bevorzugt lokaler Küche. Da Zeit für ein Mittagessen war, gönnten wir uns erstmal eine Portion Austern und leckeren frischen Fisch. Preislich war es eher auf touristischem Niveau, als für den einheimischen Geldbeutel. Frisch gestärkt ging es zum Arco da Rua Augusta am Comércio Plaza, wo auch die kleinen Trams losfahren. Leider war hier gerade ein großes Firmenevent und die Trams waren komplett ausgebucht. So ging es also zu Fuß weiter. Nach wenigen Minuten erreichten wir die Sé de Lisboa, die Kathedrale von Lissabon.   

 

Jetzt ging es steil begrauf zum Castelo de São Jorge, einer maurischen Burg und Königsresidenz aus dem 11. Jh. Von dort aus hat man eine sensationelle Aussicht auf die Stadt. Da der Regen leider etwas zunahm und unsere Füße schon ordentlich qualmten ging es mit dem Taxi weiter. Ziel war das Oceanário de Lisboa im Osten der Stadt. Für mich echt ein Highlight, da es ein wirklich sehr gut gepflegtes und sehenswertes Aquarium ist, wo die Tiere auch sehr viel Platz haben.

 

Direkt vor der Tür liegt die Südstation des Teleférico de Lisboa, einer Gondelbahn, die entlang des Wassers verläuft. Ein Hin- und Rückfahrt Ticket kostet fast nichts und so entschieden wir uns dafür eine Rundfahrt zu machen. Den Abschluss bildete ein Besuch im Centro Vasco da Gama, einem riesigen Einkaufszentrum. Hier stärkten wir uns nochmal mit einer Portion Pastel de Nata. Diese leckere Pudding-Süßspeise gehört übrigens auf die Suchtmittelliste. Ganz übles Zeug sage ich Euch. Esst ihr eins, seid ihr abhängig.

Am Abend gab es das bereits erwähnte Dinner, zu dem wir eingeladen waren. Vornehm zurückhaltend bestellten wir ein Hauptgericht und ein Gläschen Wein, man will ja nicht unverschämt sein. Doch wir hatten unsere Rechnung nicht mit dem Kellner gemacht. Der meinte, wenn es umsonst ist muss man auch zuschlagen. So kamen noch eine Vorspeise, eine ganze Flasche Wein und ein reichhaltiger Nachtisch dazu.

Am nächsten Morgen starteten wir vom Parque Eduardo VII und gingen entlang der Av. da Liberdade bis zur Haltestelle Restauradores. Dort bogen wir dann in Richtung Bairro Alto (der Oberstadt) ab. Am Miradouro de São Pedro de Alcântara machten wir einen kurzen Stopp um die Aussicht auf die Stadt zu genießen. Am botanischen Garten vorbei ging es dann auch schon wieder zurück zum Hotel, denn unser Wochenende in Lissabon war auch schon fast wieder vorbei.

 

 

Mein Fazit: Lissabon hatte ich bis dahin eigentlich nicht auf meiner Agenda, im Nachhinein frage ich mich warum. Eine herrlich chaotische Stadt, in der es so viel zu sehen gibt und wo gerade die Tatsache, dass nicht alles neu ist, sondern mehrere Jahrzehnte alte Technik immer noch in Betrieb ist den Charme ausmacht. Tolles Essen, nette Menschen, viel zu sehen – ich komme definitiv wieder.