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Vielfliegerprogramme

Lohnen sich eigentlich Vielfliegerprogramme? Mit der Frage dürften sich vermutlich schon einige Leute im Laufe der Jahre beschäftigt haben. Für Menschen die geschäftlich viel reisen lautet die Antwort zumeist ganz klar JA. Doch wie sieht es für den Otto-Normal-Reisenden aus?

 

Obwohl ich ja privat ziemlich häufig unterwegs bin, habe ich Jahre lang selbst mit der Antwort auf die Frage gekämpft. Ein Ausschlusskriterium war für mich lange Zeit: Du bist an eine Fluglinie bzw. eine Allianz von Fluglinien gebunden. Viele der Ziele zu denen ich aber wollte, wurden durch diese Allianz nicht bedient, bzw. es gab deutlich günstigere Anbieter die eben nicht Teil dieser Allianz waren. Auch die Tatsache, dass Meilen oder Treuepunkte oftmals nach 2-3 Jahren verfallen, sprach für mich eher gegen ein Vielfliegerprogramm.

Irgendwann stellte ich dann mal eine Liste aller Flüge auf, die ich in den letzten 3 Jahren geflogen bin und verglich, wie viele Meilen mir in etwa entgangen sind, bzw. was ich mir davon hätte leisten können.

Das Ergebnis: ca. 2/3 meiner Flüge waren mit Eurowings, Lufthansa und anderen Star Alliance Fluggesellschaften. Da immer mal wieder auch ein Flug in der Eurowings Best Class dabei war, hätte ich mir zumindest alle zwei Jahre von den erflogenen Meilen einen innereuropäischen Flug auf Punkte leisten können.

Um die Meilen bzw. Treuepunkte dauerhaft zu halten und noch zusätzliche zu sammeln, war die Überlegung, das Ganze mit dem Erwerb einer Kreditkarte abzusichern. Nach einem ausführlichen Vergleich entschied ich mich für eine Miles & More Kreditkarte, da sie bzgl. der Möglichkeiten Meilen zu sammeln deutlich mehr Optionen bot, als die Eurowings Kreditkarte.  Dies war für mich ein klares Kriterium, denn nur durch Flüge allein wird es schwer die notwendigen Meilen für Upgrades und Gratisflüge (Steuer muss man trotzdem zahlen) zu sammeln. Über Miles & More und die damit verbundenen Partnerprogramme (Payback-Punkte in Meilen umwandeln, Autovermietungen, Zeitungsabos) gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten an Meilen zu gelangen.

 

Nach knapp 4,5 Monaten, die ich jetzt mittlerweile sammle, habe ich genug Meilen für zwei innereuropäische Freiflüge zusammen. Dazu muss man jedoch sagen, dass das auch mit einem ordentlichen Willkommensbonus für die Kreditkarten zusammenhängt.

 

Leider hat Miles & More bzw. Lufthansa das Berechnungsprogramm für die Meilen mittlerweile umgestellt und berechnet diese jetzt umsatzbasiert. Liest man in zahlreichen Foren, so sind viele nicht wirklich glücklich mit dem System. Bisher hatte ich selbst noch keinen Flug unter dem neuen System, von daher kann ich noch nicht wirklich was dazu sagen.

 

Privat ist es auch wenn man oft fliegt wohl fast unmöglich, sich einen Status zu erfliegen. Aktuell braucht man für den Frequent Traveller entweder 30 Flugsegmente oder 35.000 Statusmeilen in einem Jahr. Selbst ein Reiseverrückter wie ich schafft das nicht. Ich dürfte, wenn alles klappt auf c.a 14 – 16 Segmente in diesem Jahr kommen.

 

Wenn alles klappt habe ich dank der Möglichkeit Payback-Punkte umzuwandeln Ende des Jahres meinen ersten Interkontinentalflug in der Economyklasse zusammengespart.

 

 

Kommen wir also wieder auf die Ausgangsfrage zurück: Lohnen sich eigentlich Vielfliegerprogramme? Meine klare Antwort lautet JEIN. Denn es gehört seitens eines Kunden auch etwas Mitdenken, Planung und Eigeninitiative abseits des eigentlichen Fliegens dazu. Für mich lohnt es sich halbwegs, obwohl Lufthansa mit Miles & More ein etwas teureres Programm hat. Wer geschäftlich viel reist, für den kann es sich allemal bezahlt machen, insbesondere wenn es immer mit der gleichen Fluglinie auf den gleichen Strecken ist. Mit SAS z.B. kommt man relativ schnell in ein Statusprogramm (EuroBonus Silber – 10 Flugsegmente)  rein, welches einem diverse Vorteile bietet. Final kann man sagen: es hängt vom eigenen Reise- und Konsumverhalten ab, ob und welches Vielfliegerprogramm sich lohnt.