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Vereinigte Arabische Emirate kurz und knackig

Unsere Reise begann an einem typischen deutschen Samstagmorgen, es war kalt und es goss mal wieder in Strömen. Also schnell nochmal ab an den Computer, bei Wetteronline.de nachgeschaut, 37 °C am Zielort Dubai, ein Lächeln aufgesetzt und ab zum Bahnhof, um mit dem ICE zum Frankfurter Flughafen zu fahren.

 

Das Boarding ging recht zügig von statten, auch wenn sich wieder wie jedes Mal auf einem deutschen Flughafen niemand an die Einsteigereihenfolge hielt. Na ja jedes Mal die gleiche Leier, ich reg mich nicht mehr drüber auf.

 

Der Hinflug

 

An Bord des Airbus A340 von Emirates war ich erst mal hin und hergerissen zwischen der Freude über den im Vordersitz integrierten Bildschirm mit 18 Fernsehkanälen und zahlreichen Videospielen (Tetris, Quizspiele, Poker, etc. ) und der Trauer über den doch eher mäßigen Sitzabstand, der mir persönlich mit 1,86 m doch sehr wichtig ist. Es kam wie es kommen musste, der Knilch vor mir mit seinen geschätzten 1,70 m klappte natürlich den Sitz ganz zurück.

 

Nun wollte ich mich dem Unterhaltungsprogramm an Bord widmen, doch oh Schreck, die Spiele funktionierten nicht, und so nach und nach gab auch der Rest der Unterhaltungselektronik an Bord den Geist auf. Super ! Jedenfalls blieb das so bis zum Ende des Fluges. *Gnarf*

 

Der Service an Bord war jedenfalls klasse,  insgesamt gab es 7 Mal frische Getränke, einen Snack und ein sehr leckeres Abendessen, welches für eine Fluglinie überdurchschnittlich gut war. (zumindest was Economyklasse angeht)

 

Die Flugroute führte und über die Türkei, den Norden des Irak und dann über den Iran.

Gegen 23 Uhr Ortszeit erreichten wir den Flughafen von Dubai.

 

Dubai

 

In Dubai angekommen mussten wir erst mal die Einreiseformalitäten erledigen, die sich gottseidank recht unkompliziert gestalteten. 2 Stempel in den Pass und schon konnten wir unser Gepäck holen.

 

Unser nächstes Ziel war der Mietwagenstand. Unser Auto hatten wir bei Holidaycars gebucht, welche wiederum Hertz als Partner hatten. Hier erwartete uns der erste Schock : man teilte uns mit, das sich vor ca. 2 Wochen die Führerscheinrichtlinien geändert hätten und das der europäische Führerschein nun nur noch für das Gebiet von Dubai gelte, und man für die anderen Emirate einen internationalen oder einen arabischen Führerschein brauchte.

 

Da wir keine internationale Fahrerlaubnis hatten, aber jedoch schon Hotels in Fujairah und Abu Dhabi gebucht hatten, blieb uns keine andere Wahl als zu fragen, wo man denn den arabischen Führerschein für die VAE bekomme. Man verwies uns zum Traffic Department nahe des Flughafens, welches jedoch erst am nächsten Tag wieder geöffnet habe.

 

So fuhren wir also zunächst mal in Richtung Hotel. Für die ersten 2 Nächte hatten wir das Holiday Inn Downtown gebucht. Das Hotel lag zentral im Stadtteil Deira, an der Al Rigga Road und machte einen sehr guten Eindruck. Die Zimmer waren komfortabel, wie man es bei einem 4 Sterne Hotel erwartet.

Nach einem kurzen Abendessen ging es dann auch schon ins Bett um am nächsten Morgen früh aufs Traffic Department zu fahren.

 

So kam er also der nächste Morgen, na ja, es war dann doch schon 10 Uhr als wir aufwachten. Wir bestellten uns ein Taxi und ließen uns zur Behörde fahren. Obwohl die Fahrt ca. 20 Minuten dauerte war der Preis einfach klasse : 8 Dirham, was nicht mal 2 Euro entspricht, da macht Taxi fahren endlich mal richtig Spass.

 

Das Traffic Department war dann der erste richtige Kulturschock. Wir waren die einzigen Europäer dort, der Rest nur Einheimische oder indische/pakistanische Gastarbeiter. Also ab zur Information, wo ein gelangweilter Araber damit beschäftigt war, die vor ihm stehenden Gastarbeiter zu ignorieren und dabei beschäftigt zu wirken. Als er meinen ratlosen Blick sah, fasste er sich ein Herz und winkte mich herbei, um mir im Anschluss ein Formular zu geben, das ich gegen eine Gebühr beim „Schreiber“ ausfüllen lassen konnte. Dort angekommen musste ich erst mal 9 Dirham entrichten, mein Pass wurde kopiert und das Formular soweit wie möglich ausgefüllt. Dann wurde ich zum Police Officer geschickt, der das Ganze noch beglaubigen musste. Dort angekommen wies man mich sogleich darauf hin, das das Formular unvollständig sei und ich noch mal zum „Schreiber“ zurück musste. Also wieder hin, der füllt ein Feld aus und wieder zurück zum Officer. So ging das wie in einer schlechten Komödie (ich sag nur : „palim palim“ ) 5 Mal hin und her, bis der Officer mir dann den Stempel gab und mich zum Kassierer schickte, wo ich noch mal 100 Dirham berappen durfte. Dann ging es zum Fotografen und 10 Minuten später kam ein Beamter und überreichte mir den heiß ersehnten Führerschein.

 

Jetzt konnte der Urlaub losgehen!

 

Erstes Ziel war der Jumeirah Beach mit dem berühmtesten Hotel der Welt, dem Burj Al Arab. Nach einer ausführlichen Fotosession ging es dann weiter in den Wild Wadi Wasserpark, einem Wasservergnügungspark direkt am Fuße des Burj Al Arab. (EW 140 Dirham/ Kinder 110 Dirham)

 

Nach einer ausführlichen Planschparty ging es wieder zurück nach Downtown. Vorbei an der wunderschönen Jumeirah Moschee war das Ziel unserer Reise der Stadtteil Bur Dubai, und die große Moschee. Neben der Mosche liegt das Al Fahidi Fort, welches heute das Dubai Museum beherbergt.

 

Nach diesem kurzen Zwischenstopp ging es weiter zum Heritage und Diving Village, einer sehr gelungenen Nachbildung eines alten arabischen Dorfes. (unbedingt sehenswert)

 

Leider neigte sich der Tag dann auch schon allmählich dem Ende und wir fuhren Richtung Hotel um uns noch mal für das Abendprogramm frisch zu machen.

 

Zum Abendessen gingen wir dann in ein gutes libanesisches Restaurant (Al Safadi an der Al Rigga Road). Nach einem guten Dinner und der dazugehörigen Shisha (Wasserpfeife), machten wir uns noch auf den Weg in eine der zahlreichen noblen Shoppingmalls. Wir entschieden uns für die Wafi Mall, die im Stil ägyptischer Pyramiden erbaut ist.

 

Da wir hier allerdings nicht ganz auf Produkte unserer Preisklasse trafen, blieb es nur bei einer kurzen Besichtigung.

 

Hatta - Fujairah

 

Nach 2 sehr kurzweiligen Tagen in Dubai ging es dann am Montag los in Richtung Hatta, einer Enklave Dubais in den Bergen. Quer durch die Wüste, vorbei an unzähligen Dünen und den von uns heiß ersehnten Kamelen (eigentlich sind es Dromedare) fuhren wir auch einen Teil durch den Oman, bis wir schließlich nach ca. 2 Stunden Hatta erreichten. Trotz der knackigen 39 °C besichtigten wir die dortigen Ausgrabungsstätten und das Heritage Village, welches einen guten Einblick in die arabische Kultur gab.

 

Ziel und Unterkunft des heutigen Tages war das Le Meridien Al Aqah Hotel in Fujairah. Das Hotel war einfach gigantisch. Jedes Zimmer hatte Meerblick und außer dem Hotel war in der Bucht sonst nichts.

Das Hotel verfügt über den größten Pool der Emirate und bot auch sonst sehr viel an Annehmlichkeiten. Nach dem Einchecken ging es erst mal in den Pool und dann eine Runde zum Tennis spielen.

 

Den Abend beschlossen wir dann noch mit einem grandiosen internationalen Buffet und einer Shisha an der Hotelbar.

 

Diese Hotel ist echt ein Geheimtipp und hat 5 Sterne mehr als verdient.

  

Al Ain

 

Nach einem kurzen Frühbad im Pool brachen wir dann in Richtung Al Ain auf, welches sich in Mitten der Wüste befindet. Das Sightseeing Programm war heute stark beschränkt, da wir eigentlich nur gemütlich relaxen wollten.

 

In Al Ain angekommen erreichten wir über eine 13 km lange Gebirgsstraße unser Hotel, das Mercure Jebel Hafeet, welches fast auf der Spitze des größten Berges der Emirate steht.

 

Das Hotel ist ein 5 Sterne Hotel, welches neben eine Poolanlage mit 3 Wasserrutschen, einer Minigolfanlage und Tennisplätzen jeden Komfort bietet den man von so einem Haus erwartet.

 

Der Vorteil war,dass in dem ganzen Hotel vielleicht 20 Gäste waren und wir somit rundum den Service genießen konnten.

 

Das Essen abends war zwar reichhaltig aber eher durchschnittlich, für ein 5 Sterne Hotel eher mäßig, vor allem, da sowenig Gäste da waren.

 

Abu Dhabi

 

Nächstes Ziel unserer Tour durch die Vereinigten Arabischen Emirate war das Shopping Paradies Adu Dhabi. Nach dem wir in unserem Hotel dem Le Meridien Abu Dhabi eingecheckt hatten, beschlossen wir den Rest des Tages erst mal am Strand zu verbringen. Mit dem Taxi ließen wir uns vorbei am absolut gigantischen Präsidentenpalast zum Kahlidi Palace Hotel fahren, da es am dortigen Strand Jet Skis zu mieten gab.

 

1 Stunde kostete etwa 150 Dirham, was wirklich extrem günstig ist. Wir bekamen jeweils einen großen Jet Ski für 2 Personen, der so in der spitze knappe 75 – 80 km/h fuhr. Nach einigen wilden Verfolgungsjagden quer durch die Bucht, gab mein Jet Ski leider den Geist auf (was vielleicht auch etwas an meiner Fahrweise lag, man weiß es nicht)

 

Der Abend gehörte der Abu Dhabi Mall, die direkt neben unserem Hotel lag und dank Schlussverkauf das Shoppingparadies schlechthin für konsumwütige Touristen wie uns war.

 

Im absoluten Kaufwahn erstand ich 3 Paar Schuhe, einen Anzug von Daniel Hechter, ein Hemd, eine Krawatte, zahlreichen Nippes als Geschenke und für meine Wohnung sowie noch ein Paar Hosen und 3 T-Shirts.

 

Am Abend gab es im Hotel (welches über 9 Restaurants verfügt) im Istanbul Restaurant ein großes Buffet. Kostenpunkt : sagenhaft günstige 75 Dirham. Wie jeden Abend gab es zum Verdauen noch eine Shisha, die mir allerdings nicht mehr half zumal ich mir total überfressen hatte, und ich somit mit Magenkrämpfen aufs Zimmer musste. (* hihi * kann ja mal passieren)

 

Am nächsten Morgen gingen wir nochmals in die Mall und shoppten eine weitere Runde. Nun gab es nur noch ein Ziel: eine schöne Shisha für Zuhause zu erstehen.

 

Am Abend zuvor hatten wir uns beim Shishaverteiler unseres Hotels schlau gemacht, wo es die besten Shishas gäbe. Er gab uns den Tipp mit dem Taxi zum Feyrouz-Market zu fahren. Dort könne man inkl. Tabak und Koffer alles was zum Shisharauchen erforderlich ist erstehen.

 

So taten wir es dann auch und ich erstand eine wunderschöne blaue Shisha mit Goldverzierung, Koffer und jeder Menge Tabak. Mein Tipp : Doppel-Apfel-Tabak ist der absolute Rauchgenuß, ansonsten ist Traube noch einer meiner Favoriten.

 

Jebel Ali

 

Letztes Ziel unserer Rundreise war das Jebel Ali Golf Resort & Spa, welches zu den Leading Hotels of the World gehört. Der Titel ließ viel erwarten und wir machten uns zügig auf den Weg von Abu Dhabi dorthin.

 

Nachdem wir uns durch etwas Genörgel ein Zimmer mit Meerblick ergattert hatten (die Zimmer im Haupthaus zur Golfplatzseite hin sind nicht so schön), machten wir uns gleich auf Erkundungstour.

Das Hotel verfügte neben 3 Pools mit 2 Poolbars über einen sehr gepflegten Strand und eine große grüne Liegewiese.

 

Der Club Joumani, der die dortigen Freizeitaktivitäten steuert beinhaltet neben Wasserski, Wakeboard, Bananaboot auch noch Golf, Tontaubenschießen, Tennis und sogar eine eigene Marina.

 

Wir entschieden uns erst mal für eine Runde Wakeboarden, gefolgt von einer Runde Tontaubenschießen im örtlichen Schießclub. Nachdem ich beim normalen Trap schießen (doppelläufige Beretta Schrotflinte) auf anhieb eine Trefferquote von ca. 60 % hatte (der Bund hat sich ausgezahlt), entschied ich mich dieses am nächsten Tag noch einmal zu wiederholen und die nächste Disziplin (Sporting) und Double Trap (zwei gleichzeitig) zu versuchen.

 

Den Abend verbrachten wir mit Bekannten in Dubai. Erst ging es mit Eslam unserem ägyptischen Begleiter in ein tolles ägyptisches Restaurant direkt am Creek. Dort genossen wir noch einmal die arabische Küche. Tipp: probiert mal als Getränk einen Sugar Cane und dazu als Hauptgericht ein Shish Taouk.

 

Danach ging es ins Mina a’ Salam in die Bar Zar, wo die Expatriates  und die Locals schon kräftig zu fetten Housebeats feierten. Ich hätte nie erwartet, dass in einem arabischen Land Mädels in Miniröcken auf der Bar tanzen.

 

Danach ging es in ein Disko (direkt im Madinat Jumeirah), wo der Abend für uns so gegen 4 Uhr endete.

 

Am nächsten Morgen ging es direkt zum Jumeirah Beach, neben dem Burj Al Arab, wo wir uns nochmals Jet Skis mieteten um vor dem Burj Al Arab eine Runde zu cruisen. Diesen haben wir diesmal trotz ähnlicher Fahrweise wie beim ersten Mal nicht klein gekriegt, obwohl er noch etwas schneller war und wir noch etwas übler fuhren, als in Abu Dhabi.

 

Abends gingen wir dann auf die Driving Range des Hotels um uns etwas beim Golf auszutoben. Naja, meine Sportart war dies dann nicht wirklich, also beschloss ich danach noch einmal zum Schießen zu gehen.

 

Danach ging es für uns zur Ibn Battuta Mall, die damals flächenmäßig größte Mall der Welt, die ebenfalls von der bekannten Nakheel Gruppe erbaut wurde, die auch das Burj Al Arab und die Palms erbauen/erbaut haben.

 

Die Mall ist in mehrere große Themenbereiche (China/Persien/Ägypten etc.) unterteilt, was sich in Architektur und Dekoration bemerkbar macht. Diese Mall ist in meinen Augen das Höchstmaß an Dekadenz, aber absolut genial zum Bummeln. Nur zum Shoppen ist sie eher für den einheimischen Geldbeutel.

 

Leider ging unsere Reise dann schon dem Ende zu und wir mussten die Koffer für den Rückflug packen (ich hatte irgendwie 13 Kilo mehr als beim Hinflug * ups *).

 

Der Rückflug

 

Leider ist der Flughafen bzw. das Rental Car Return absolut schlecht ausgeschildert, was dazu führte das wir am Flughafen doch etwas länger brauchten als geplant.

 

Im Duty Free (brauchen die nicht, da es auch sonst keine Steuern gibt) konnten wir nochmals super günstig einkaufen (was wir dann auch noch mal taten). Es gab echt alles was das Herz begehrte.

 

Dann ging es auch schon in den Flieger, wo ich lustigerweise noch einen Kollegen traf der gerade aus Thailand kam. Das Bordentertainment funktionierte diesmal zwar einwandfrei, dafür war das Essen eher Durchschnitt. Der Service war leider bockmies (nur 2 Mal Getränkeservice bei 6 Stunden 50 Minuten Flugzeit.)

 

Am Sonntag um 18 Uhr setzten wir wieder in Deutschland auf und oh Wunder......es war kalt und regnete. Insgeheim war ich in Gedanken schon wieder in Dubai.